Nummer 33 / 2011
Wegweisende Forschung an der Hochschule Hannover
Im ersten Bericht der vom Bundesministerium des Inneren eingesetzten Expertenkommission Antisemitismus, der am 9. November 2011 dem Deutschen Bundestag übergeben wurde, wird die Forschung der Hochschule Hannover als grundlegend und wegweisend gewürdigt"Die ersten Ergebnisse der Studien des Soziologen Prof. Dr. Wolfram Stender und seiner Kollegen (aus der Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales) der Fachhochschule Hannover", so heißt es dort, "haben gezeigt, dass Antisemitismus unter Menschen mit Migrationhintergrund in einem viel breiteren und differenzierteren Rahmen untersucht werden muss.Die Forschungsgruppe hat in Diskussionen mit Schülern (Spätaussiedlern, mit türkischem/arabischem Hintergrund, autochthone Deutsche) und in Einzelgesprächen mit Lehrern und Schulsozialarbeitern herausgefunden, dass das Sprechen über ‚Juden’ von antisemitischen Stereotypen durchsetzt war (...).
Im Gegensatz zu der Gruppe der türkisch-/arabischstämmigen Schüler, die möglicherweise den anti-antisemitischen Diskurs und die Tabuisierung antisemitischer Äußerungen im öffentlichen Raum, die ein Grundkonsens der bundesrepublikanischen Gesellschaft sind, zumindest teilweise bereits erlernt haben, wurden in der Gruppendiskussion der jugendlichen Spätaussiedler offen und brutal antisemitische Stereotype geäußert (...). Diese Erkenntnisse (...) können als Grundlage für weitere Forschungen dienen und machen zudem deutlich, dass die Frage, ob es sich um ein Phänomen einer bestimmten religiösen Ausrichtung oder um eine Folgerung der Zuwanderung aus bestimmten Ländern handelt, bisher nur in Ansätzen beantwortet werden kann." (Expertenbericht, S. 78)
Die Ergebnisse der Hannoveraner Forschungsgruppe wurden in den letzten Monaten auf einer Reihe international ausgerichteter Fachtagungen vorgestellt, was umso bemerkenswerter ist, als die Forschung bislang ohne Finanzierung auskommen musste.
Bericht der Expertenkommission
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| Öffentlichkeitsarbeit und Marketing | 22.11.2011 |

